Interreligiöser Dialog mit Indonesien

Die Delegation stand unter der Leitung von Heru Hartanto Subolo, Generaldirektor im indonesischen Außenministerium, und wurde im Rahmen eines langjährigen internationalen Austauschprogramms vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten organisiert. Seit 2010 verbindet dieses Dialogformat Österreich und Indonesien – in diesem Jahr erstmals auch mit einem Schwerpunkt in Graz.
Graz als Ort gelebten interreligiösen Dialogs
Die Veranstaltung im Rathaus Graz machte sichtbar, wie vielfältig interreligiöser Dialog in der Stadt gelebt wird. Neben Vertreter*innen der Stadt, darunter Bürgermeisterin Elke Kahr, nahmen auch Mitglieder des Interreligiösen Beirats, Vertreter*innen der Universität Graz sowie der Pädagogischen Hochschule Augustinum teil. Im Zentrum standen Fragen rund um „Jugend – Digitalisierung – Religion“ – ein Themenfeld, das weltweit an Bedeutung gewinnt und neue Formen des Dialogs erfordert.
Die öffentliche Veranstaltung am Montagnachmittag im Gemeinderatssaal bot Raum für Impulsvorträge, internationale Perspektiven und gemeinsame Diskussionen. Ergänzt wurde das Programm durch Besuche religiöser Einrichtungen am darauffolgenden Tag in Graz sowie weitere Programmpunkte an Universitäten und Bildungseinrichtungen.
Einblick in Grazer Best-Practice-Modelle
Ein besonderer Fokus lag unter anderem auf der Präsentation konkreter Projekte aus Graz, die als Best-Practice-Beispiele für interreligiöse Zusammenarbeit dienen:
- Der Interreligiöse Beirat der Stadt Graz wurde von Lilian Suppan vorgestellt. Dabei wurden die Entstehung, die Struktur sowie die vielfältigen Aktivitäten des Beirats präsentiert, der seit rund 20 Jahren als Plattform für Austausch und Zusammenarbeit zwischen Religionsgemeinschaften fungiert.
- ComUnitySpirit wurde von Eva Wenig vorgestellt. Sie gab Einblick in die Entstehung der Initiative, ihre Projekte und Ziele. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit mit jungen Menschen sowie die Verbindung von interreligiösem Dialog und digitalen Lebenswelten.
Diese Beiträge ermöglichten der indonesischen Delegation einen konkreten und praxisnahen Einblick in die gelebte interreligiöse Arbeit in Graz. Der Besuch verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig internationaler Dialog und gegenseitiges Lernen im Umgang mit religiöser Vielfalt sind. Indonesien, mit rund 270 Millionen Einwohner*innen das bevölkerungsreichste mehrheitlich muslimische Land der Welt, bringt dabei ebenso wertvolle Perspektiven ein wie die österreichischen Erfahrungen im interreligiösen Zusammenleben.
Ziel des Austauschs ist es, Brücken zwischen Ländern, Kulturen und Religionen zu bauen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.
Wir bedanken uns bei allen Partner*innen und Beteiligten für die gelungene Zusammenarbeit und freuen uns, diesen Weg des Dialogs auch in Zukunft weiterzugehen.