Gemeinsames Fastenbrechen

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Mehmet S. Çelebi, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde in der Steiermark, sowie von Mag. Johannes Mindler-Steiner, Institutsleiter des Afro-Asiatischen Instituts Graz. Im Anschluss folgte eine Qurʾanrezitation, die den spirituellen Charakter des Abends unterstrich.
Eine Grußbotschaft richtete anschließend der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, an die Anwesenden. Darin hob er die besondere Rolle des Fastens hervor, das in mehreren Religionen eine zentrale spirituelle Praxis darstellt. Das gemeinsame Fastenbrechen sei ein wichtiger Schritt, um einander besser kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und so den Weg für ein friedliches Zusammenleben zu stärken. Auch Bischof Wilhelm Krautwaschl richtete Grußworte an die Gäste. Besonders freute ihn, dass das interreligiöse Iftar an einem Sonntag stattfand – einem Tag, der im katholischen Christentum während der Fastenzeit traditionell eine Ausnahme vom Fasten darstellt. In diesem Jahr fallen Ramadan und die christliche Osterfastenzeit zeitlich zusammen, was verdeutlichte, dass die Praxis des Fastens mehrere Religionen miteinander verbindet. Fasten bedeute dabei weit mehr als den Verzicht auf Nahrung oder bestimmte Speisen: Es ist auch eine Einladung, innezuhalten, schlechte Gewohnheiten zu durchbrechen, zu vergeben und sich selbst sowie dem Gegenüber wieder bewusst zuzuwenden.
Mit dem Gebetsruf zum Sonnenuntergang begann schließlich das eigentliche Fastenbrechen. Wie es in der muslimischen Tradition üblich ist, wurde zunächst eine Dattel gegessen, bevor das gemeinsame Essen begann.
Bei den anschließenden Gesprächen und dem gemeinsamen Essen entwickelte sich rasch eine offene Atmosphäre, die durch das gemütliche Ambiente des Lokals noch verstärkt wurde. Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher religiöser Traditionen kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und vertieften bestehende Kontakte.