Kost(Bar) – Mut zum Probieren

Der Titel war bewusst doppeldeutig gewählt: Einerseits standen „kostbare“ Speisen im Mittelpunkt, die in den verschiedenen Religionen eine besondere Bedeutung haben, andererseits konnten die Besucher*innen an der „Bar“ von Tisch zu Tisch wandern, kosten und miteinander ins Gespräch kommen.
Vertreten waren Christentum, Bahá’í, Buddhismus, Hinduismus und Islam. Liebevoll dekorierte Tische luden dazu ein, neue Geschmäcker und Traditionen kennenzulernen. Die Buddhistische Religionsgesellschaft, vertreten durch das She Drup Ling und Inge Brenner, die Repräsentantin des Interreligiösen Beirats Graz, begeisterte mit frisch zubereiteten vegetarischen Momos und fruchtigen Smoothies. Beliebt waren auch die Dattel-Nuss-Häppchen der Islamischen Religionsgemeinde Steiermark. Nicht zufällig gelten Datteln im Islam als Symbol für Gastfreundschaft: „Das Haus, in dem es Datteln gibt, dessen Bewohner hungern nicht“, heißt es in einem Ausspruch des Propheten Mohammed.
Obwohl es im Bahá’í-Glauben keine traditionellen Speisegebote gibt, brachten die Bahá’í Datteln in unterschiedlichen Variationen mit. Die Dattel ist eng mit den Ursprüngen der Religion im heutigen Iran verbunden und gilt im Nahen Osten seit Jahrhunderten als Symbol für Gastfreundschaft.
Emma Schwarzbauer, ehemalige Köchin im bischöflichen Haushalt, stand bereits um sechs Uhr morgens auf, um Allerheiligenstriezel zu backen. Aus dem Hinduismus wurde Sapaso gereicht, ein süßes Grießgericht, das häufig als Opfergabe zubereitet wird. Nach der Darbringung wird es als Prasadam, als gesegnete Speise, mit anderen geteilt.
Die Kost(Bar) zeigte, dass sich hinter jedem Gericht nicht nur ein Rezept, sondern auch eine Geschichte, eine Tradition und ein Stück gelebter Glaube verbirgt. Und eines ist gewiss: Die Speisen werden nicht für sich zubereitet, sondern mit anderen geteilt.